Hauptübung Feuerwehr Pleidelsheim 2018

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Am Samstag, dem 10.11.2018, führte die Freiwillige Feuerwehr Pleidelsheim ihre alljährliche Hauptübung durch. In Sichtweite zum letztjährigen Übungsobjekt fand sie in diesem Jahr auf dem Gelände der Firma Greiner, im Kreuzungsbereich Friedrich-/ Ludwig-Uhland-Straße, statt.

Übungsszenario war in diesem Jahr ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen und insgesamt fünf verletzen Personen, von denen vier in den Fahrzeugen eingeschlossen bzw. eingeklemmt waren. Angenommen wurde, dass ein Traktorfahrer auf Grund gesundheitlicher Beschwerden von der Fahrbahn abgekommen war und gegen ein Firmengebäude geprallt war. Abgelenkt durch dieses Geschehen, kollidierten die Lenker von zwei vorbeifahrenden PKW heftig mit ihren Fahrzeugen und kamen auf einem Parkplatz zum Stehen.  Alle vier Insassen der beiden PKW verletzten sich, so die Übungsannahme, schwer und konnten die Fahrzeuge nicht aus eigener Kraft verlassen. Ebenso war es dem Fahrer des Traktors nicht möglich, selbstständig aus seiner Fahrerkanzel herabzusteigen.

Mit dieser Übungslage begrüßte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pleidelsheim, Timo Günther, die zahlreichen Bürger und Bürgerinnen, die sich von der Leistungsfähigkeit ihrer Pleidelsheimer Wehr überzeugen wollten. Um den Ablauf möglichst realistisch darzustellen, lies Kommandant Günther einen mutigen jugendlichen Zuschauer den Notruf über die europaweite Notrufnummer 112 an die Integrierte Leitstelle in Ludwigsburg absetzen. Unmittelbar darauf lösten die digitalen Funkmeldeempfänger der anwesenden Feuerwehrangehörigen mit dem Alarmstichwort „H3“ (Hilfeleistung der Stufe 3) aus und die Feuerwehrleute eilten zum nahen Gerätehaus.

Von dort rückte kurz darauf als erstes Fahrzeug der Mannschaftswagen, Florian Pleidelsheim 19, als Führungsfahrzeug aus. Mit an Bord der stellvertretende Kommandant Michael Landsperger als Einsatzleiter. Noch vor dessen Eintreffen am Einsatzort erreichte der parallel alarmierte „Helfer-vor-Ort“ des DRK Pleidelsheim die simulierte Unfallstelle. Wenige Sekunden später erreichte auch Florian Pleidelsheim 19 die Einsatzstelle und der Einsatzleiter der Feuerwehr erkundete zusammen mit dem „Helfer-vor-Ort“ die Lage. Nach erster Lageerkundung begann der „Helfer-vor-Ort“ mit einer Sichtung der Verletzungsmuster der Patienten, während Einsatzleiter Michael Landsperger die eintreffenden Hilfeleistungslöschfahrzeuge der Feuerwehr Pleidelsheim einwies und den Gruppenführern die ersten Einsatzbefehle erteilte. Jedem der beiden HLF (Hilfeleistungslöschfahrzeug) wurde einer der PKW zugewiesen, während der als drittes eintreffendes Großfahrzeug Gerätewagen-Transport die Rettung des Traktorfahrers übernehmen sollte. Dies geschah mit Hilfe der auf dem Gerätewagen-Transport mitgeführten Rettungsplattform, anschließend wurde der Patient dem inzwischen ebenfalls eingetroffen Rettungsdienst, gestellt durch den DRK Ortsverein Pleidelsheim, zur weiteren Versorgung übergeben.

Währenddessen begannen die Besatzung der beiden HLF die benötigten Geräte bereitzulegen, zeitgleich stieg von jedem der beiden HLF ein Feuerwehrmann als sogenannter „Innerer Retter“ in die verunfallten PKW. Innere Retter haben die Aufgabe die sich im verunglückten Fahrzeug befindlichen Personen zu betreuen, zu versorgen und ihnen den Ablauf der Rettung zu erklären.

Nachdem die Fahrzeuge stabilisiert worden waren, wurde die Rettung der eingeschlossenen Unfallopfer mit Hilfe der hydraulischen Rettungsgeräte, Spreizer und Schere, eingeleitet. Parallel dazu wurde der Brandschutz sichergestellt und die Einsatzstelle großräumig abgesichert. Während bei dem einen PKW eine sogenannte „große Seitenöffnung“ vorgenommen wurde, erfolgte bei dem zweiten PKW, einem Van, die Abklappung des kompletten Fahrzeugdaches über die Frontscheibe. Die Entscheidung, welche Befreiungsart vorgenommen wird, entscheidet der Einsatzleiter der Feuerwehr in Absprache mit dem Rettungsdienst bzw. Notarzt. Neben der möglichst schonenden Rettung der Patienten spielt auch der Faktor Zeit bei dieser Entscheidung eine wichtige Rolle. Nachdem die dementsprechenden Zugangsmöglichkeiten geschaffen worden waren, wurden die Patienten nach und nach mit Hilfe eines sogenannten Spineboards aus den Fahrzeugen gerettet. Spineboards sind Kunststoffbretter, ähnlich einer Trage, mit denen verunfallte Personen schonend und achsengerecht gerettet werden können.

Im Anschluss an die Befreiung wurden die Patienten an das Rettungskräfte des DRK Pleidelsheim übergeben, diese übernahmen die medizinische Versorgung und den (simulierten) Transport in ein geeignetes Krankenhaus.

Den Abschluss der Übung bildeten die Aufräumarbeiten durch die eingesetzten Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK, während sich die Zuschauer am Würstchenstand der Jugendfeuerwehr Pleidelsheim stärken konnten.

 

Quelle: Text und Bildmaterial von Andreas Rometsch